www.heiliger-maximilian-kolbe.de > Rückblicke > Archiv 2014 > Rückblick Taganrogfahrt 22.-28.4.

Unser Glaube eint uns ...

   ... über Nationen, Kulturen und Sprachen hinweg!

Besser als Vater Raul kann man unseren Aufenthalt in Südwestrussland kaum beschreiben. Vom 22. bis zum 28. April besuchte unsere 13köpfige Reisegruppe, davon 4 Teilnehmer aus Löbau, unsere Partnergemeinde in Taganrog. Um einen geographischen Überblick zu erhalten, finden Sie nachfolgend einen Kartenauszug:

Das Gemeindegebiet umfasst neben Taganrog auch die Außenstation in Asow.Warum auch Rostow, Novotcherkassk und Shachty markiert sind, erfahren Sie später, ...

An dieser Stelle ist es nicht annähernd möglich, all die vielen Erlebnisse, Begegnungen und Eindrücke zu beschreiben. So können die nachfolgenden Impressionen leider nur einen kleinen Einblick geben.

22.4.

Start der 9 Geraer im Hof unseres Gemeindezentrums Jetzt gehts los - Start in Berlin Die Nacht auf dem Moskauer Flughafen war lang!

Am Dienstagnachmittag starteten wir nach dem Reisesegen und von vielen Gemeindemitgliedern verabschiedet, Richtung Berlin Tegel. Der Zwischenstopp in Moskau war lang. Wohl dem, der wie Ingo einige Minuten schlafen konnte.

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23.4.

Begrüßung in Rostow Kirche in Novotcherkassk Trauung eines armenischen Paares

Auf dem Flughafen von Rostow kamen wir ca. 10:30 an, wurden bereits erwartet und freudig begrüßt. Da Vater Raul 14 Uhr in Novotcherkassk ein armenisches Paar trauen und ein Kind taufen durfte, ging die Fahrt zuerst Richtung Nordosten. Die 1905 erbaute katholische Kirche "Maria Himmelfahrt" erhielt die Gemeinde, nach Jahrzehnten der Enteignung und Fremdnutzung erst unlängst zurück. Nach einem Imbiss mit viel Kaffee und dem Gottesdienst, ging es dann Richtung Taganrog. Die Fahrt dauerte aufgrund der Verkehrs- und Straßenverhältnisse über 2 Stunden. So lernten wir bereits am ersten Tag, dass man in Russland in Bezug auf Entfernung und Zeit etwas umdenken muss.

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24.4.

 Die katholische Kirche in Shachty. Rund ein Dutzend Gemeindemitglieder feierten mit uns die Heilige Messe. Im Garten hinter der Kirche wurden wir bewirtet.

Nach dem Frühstück, einem Bummel am Asowschen Meer und der Besichtigung zweier Museen gab es köstliches Mittagessen, bevor wir mit 3 Fahrzeugen zum Werktagsgottesdienst nach Shachty aufbrachen. Die kleine örtliche Gemeinde wird von aus Armenien stammenden Mitgliedern geprägt. Trotz fast einstündiger (!), verkehrsbedingter  Verspätung wurden wir freudig begrüßt. Ob dies bei uns auch so wäre, ...? Im Anschluss an den Gottesdienst durften wir, bei diversen Speisen und Getränken im Garten hinter der Kirche, russisch / armenische Gastfreundschaft geniessen. Danke! Doch unser Tagespensum sollte noch längst nicht abgearbeitet sein.

Die drittgrößte Kirche Russlands in Novotcherkassk von außen ... ... und von innen. Die neue katholische Kirche in Rostow. Die Katholiken vor Ort werden von 4, aus Polen stammenden Salesienern betreut.

In Novotcherkassk besichtigten wir die beeindruckende orthodoxe Kirche. Unfassbar, dass sie in sozialistischen Zeiten als Fabrik "genutzt" wurde! Auf der Heimfahrt besuchten wir in der Millionenstadt Rostow die vor 10 Jahren geweihte katholische "Abendmahl - Jesu - Kirche".

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25.4.

Markttag in Taganrog Schwester Augustina zeigte uns die 1924 enteignete katholische Kirche, welche heute als Bücherei genutzt wird. Alle Bemühungen zur Rückgabe blieben bis heute erfolglos. Benno hilft der unermüdlichen Schwester Miriam. Das Kloster der beiden Schwestern. Hier schliefen 9 der 13 Reisenden und hier gab es alle Mahlzeiten.

Mit dem Erleben eines emsigen Markttreibens, an unzähligen Ständen mit oft unbekannten Waren, begann der Freitag. In der Uliza Frunse besichtigten wir die alte, 1924 enteignete katholische Kirche von Taganrog (leider nur von außen). Das damalige Schicksal der Geistlichen und der Lehrer der benachbarten katholischen Schule ist unbekannt.

Nicola erklärte uns das Geschehen während des Krieges. Steppe Gottesdienst am Abend Ein etwas anderes "Dostoprimjetschatellnosti" (Sehenswürdigkeit)- Bier zum Abfüllen!

Am Nachmittag fuhren wir im bewährten Konvoi in die Steppe hinaus. Hier befand sich während des Krieges eine der Hauptkampflinien der "Donfront". Rund eine Million Soldaten, davon 80% Russen, fielen in der schier unendlichen Weite der Steppe. Der Tag endete mit einer Heiligen Messe und der Anbetung, sowie mit langen Gesprächen und Diskussionen bei einheimischen Bieren.

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26.4.

Schwester Augustina zeigt die Baupläne. Zur Unterstützung des Vorhabens hatten wir Spenden gesammelt. Den Stellenwert der katholischen Kirche in Russland verdeutlicht dieses Foto, ... Empfang im Pfarrhof der katholischen Kirche in Asow. Svetlana und ihr Sohn Sergej zeigten uns ihre Heimatstadt Asow.

Freizeit! Den Samstagvormittag nutzten manche zum "Shoppen" oder zum Fahren mit der rustikalen Straßenbahn. Darüber hinaus bestand die Gelegenheit, von Schwester Augustina etwas über die geplanten Um- und Ausbauarbeiten an Kirche und Gemeinderäumen zu erfahren. Nach dem erneut köstlichen Mittag benötigten wir 2h, um nach 100 Kilometern die Außenstation der Pfarrei in Asow zu erreichen. Mit viel Liebe wurden wir erwartet, empfangen und bewirtet. Gut gestärkt konnten wir die mit Abstand älteste Stadt der Region besichtigen.

Vom Aussichtspunkt in Asow weitet sich der Blick bis nach Rostow am Horizont. Knapp 60 Gläubige nahmen am Gottesdienst teil. Valeria und Akim aus Taganrog verstärkten den örtlichen Kirchenchor. Schwester Miriam fungierte erneut als Universialgenie! Rund 20 afrikanischstämmige Studenten aus Rostow sorgten nach dem Essen, beim gemeinsamen Gesang für "Gänsehauttaizéathmosphäre"!

Zur Feier des Namenstages des Evangelisten Markus waren neben den deutschen Besuchern auch rund 20 Studenten aus Rostow gekommen. So erlebte die 2012 geweihte Kirche das rund vierfache der sonstigen Gottesdienstbesucherzahl. Nach dem gemeinsamen Essen durften wir ein beeindruckendes Zusammensein erleben! Nigerianer und Russen, Priester aus Argentinien und Polen, Ordensschwestern aus Kroatien, Christen aus Ghana, Deutschland und Benin sangen gemeinsam "ihre" Lieder! Auch wir gaben unser Bestes, mit "Lobet und preiset ihr Völker den Herrn" oder einem traumhaften Kanon, welcher den Geraer KMD Michael Formella verzückt hätte. Halleluja!

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27.4.

Die Kirche in Taganrog befindet sich unweit des Klosters der Schwestern Augustina und Miriam. Hoffentlich kann hier bald gebaut werden! Der Pfarrhof mit dem Gemeinderaum im Hintergrund und verfallender Industriebrache rechts. Festgottesdienst am Sonntag 11 Uhr Benno, Ingo und Hans übergaben unsere Geschenke.

Gemeinsam mit über 50 Einheimischen feierten wir am Sonntagvormittag die Heilige Messe in Taganrog. Am Ende überreichten Benno, Ingo und Hans unsere Geschenke. Neben einer Spende für das Bauvorhaben, waren dies selbstgestaltete Bildbände von Löbau und Gera, ein Herrenhuter Stern, Kerzen, ein Priestergewand und eine DVD mit einem Film über Gera und unser Gemeindeleben, welcher gemeinsam angeschaut wurde.

Begegnungen im Pfarrhof. Der Gerafilm läuft, ... Ein neuer Fan des Heiligen Maximilian Kolbe!

Mit einem Reisebus und mehreren PKW´s fuhren wir im Anschluss an einen See in der Steppe. Dort hatte ein "Vorrauskommando" bereits ein Picknick vorbereitet. Beim Essen oder Fußballspiel, beim gemeinsamen Singen oder Angeln verging die Zeit im Fluge. In zahlreichen kleinen Gruppen wurden Freundschaften geschlossen und diskutiert. Die Schwestern Augustina und Miriam, sowie Ingo standen als "Joker" zur Verfügung, für alle, die mit ihrem deutsch, russisch oder englisch nicht weiter kamen.

Picknick am See ... ohne Worte Lukas mit seinen russischen Freunden beim Fußball

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28.4.

Rostow aus dem Auto Am Flughafen angekommen Verabschiedung

Am frühen Montagmorgen trafen wir uns nach kurzer Nacht zum Frühstück. Nach einem Gebet in der Hauskapelle verabschiedeten wir uns von Schwester Miriam, die in Taganrog blieb. Mit Vater Raul, Schwester Augustina und unserem bewährten Fahrer Alexander starteten wir Richtung Flughafen Rostow, wo wir uns voneinander verabschiedeten. Nach kurzem Zwischenstopp in Moskau, erreichten wir am Abend Berlin.

Die Heimat hat uns wieder!

Herzlichen Dank an alle, die uns unvergessliche Tage in Taganrog geschenkt haben!

Wir alle hoffen auf ein Widersehen mit Vater Raul, den Schwestern Miriam und Augustina, mit Katharina und Wolodja, mit Valeria und Akim, Anna und Alexander, Swetlana und Sergej aus Asow, Egor aus Nowotcherkassk, mit "unserer" Köchin Hasmik, mit den Handwerkern Nicola und Volodja, mit Ostap und Ljuda, mit Kyrill und allen, die an dieser Stelle nicht genannt sind, weil das Gedächtnis des Autors dieser Zeilen endlich ist.

Ralf Kirchner

Herzliche Einladung zum Gemeindeabend am 12.6.  19 Uhr! Teilnehmer der Fahrt werden berichten, und es gibt weitere Fotos sowie einen kurzen Film zu sehen.

Weitere Informationen zu unserer Partnergemeinde finden Sie hier.