Unsere Kirche

Unserer Pfarrei besteht seit dem 01.01.1978 und umfasst im wesentlichen die südlichen Stadtteile Geras (Zwötzen, Ober- und Unterröppisch, Liebschwitz und das Neubaugebiet Lusan).  Zur Zeit gehören ca. 820 Christen zu unserer Gemeinde.

Das Gemeindezentrum mit der Kirche befindet sich am Rande des Neubaugebietes. In der Otto-Rothe-Str. 43 wurde es nach einem Entwurf der Architekten Lothar Gonschor (Dresden) und Dieter Sachse (Gera) gebaut. Letzterer war für die Ausführungsplanung verantwortlich.

Am 17. März 1985 wurde die Kirche durch den damaligen Bischof des Bistums Dresden-Meissen, Gerhard Schaffran, geweiht. Bis dahin fanden die Gottesdienste und Veranstaltungen in angemieteten Räumen im Stadtteil Zwötzen und in den evangelischen Kirchen St. Ursula und St. Martini statt. 

Das Gemeindezentrum besteht aus vier Baukörpern: Kirche, Verbindungsbau, Saal und Pfarrhaus.  Die Bauausführung erfolgte durch den VEB Wohnungsbaukombinat Gera und die von ihm beauftragten Betriebe von September 1982 bis Dezember 1984.

 

Festgottesdienst in unserer Kirche

Die Mitte des Kirchenraumes ist der Altar als Symbol für Christus selbst. Ihm ist alles zugeordnet. Hier wird die Eucharistie, das Herrenmahl gefeiert, Quelle und Höhepunkt des Lebens der christlichen Gemeinde. Auf den Altar legen wir unsere Gaben, vom Altar verschenkt sich Gott in den Gestalten von Brot und Wein an die Menschen, die ihm glauben und vertrauen.

Vom Ambo (Pult) links neben dem Altar wird das Wort Gottes in der Schriftlesung und in der Predigt verkündet. Wort und Sakrament gehören zusammen. Daher sind Ambo, Taufstein (im Eingangsbereich) und Altar aus dem selben Naturstein (bulgarischer Vraza) gefertigt. Der Taufstein steht im Eingangsbereich, denn die Taufe ist das erste und grundlegende Sakrament, durch das die Aufnahme in die Gemeinde geschieht. So werden Taufe und Herrenmahl (die beiden Sakramente, die auch die evangelischen Christen kennen) zusammen mit dem Wort Gottes verdeutlicht als die Bezugspunkte, auf die alles hingeordnet ist.

Der weiße Marmorstein vor dem Taufstein ist aus dem Fußboden der St. Ursula- Kirche in Köln, der "Mutter" aller Ursulakirchen. In Lusan wurde 1333 die St. Ursula- Kirche geweiht und ist bis heute eine der Pfarrkirchen der evangelischen Sankt-Ursula-Gemeinde in der Nähe der Fußgängerbrücke. Der Stein soll deutlich machen, dass wir mit unserem Glauben heute und in Zukunft immer auf dem Boden der Menschen stehen, die vor uns den Glauben gelebt haben.

Links vom Ambo sehen Sie die Kopie einer geschnitzten Madonna mit Kind nach einem Original aus dem 12./13. Jahrhundert vom Niederrhein. Maria und Jesus halten einen Granatapfel in ihren Händen; er ist Zeichen für die jungfräuliche Geburt. Davor befinden sich sieben Holzstelen mit Kerzen, die Pfarrer Christoph Behrens 1998 mit Kindern und Jugendlichen aus der Gemeinde geschnitzt hat. Sie symbolisieren Hirten und zur Krippe greifende Hände.

Über dem Altar befindet sich das Altarkreuz. Es ist wie jedes Kreuz das Zeichen der liebenden Ganzhingabe Gottes an uns Menschen. Das Korpus ist die Kopie eines geschnitzten Korpus aus Blankenstein zwischen 1410 und 1430.

Das Betonglasfenster führt von unten nach oben, vom Dunkel zum Licht. Die dunklen Farben im unteren Bereich stehen für die, die unter Gewalt leiden müssen. Darüber sind die drei Männer aus dem Buch Daniel zu sehen, die von Gott aus dem Feuerofen gerettet werden. Oberhalb dieser Szene ist der Prophet Jona festgehalten, der drei Tage im Bauch des Fisches eingeschlossen war, ein Symbol der Auferstehung Christi. Darüber findet sich der Auferstandene und der Regenbogen als Zeichen des Bundes Gottes mit den Menschen. Das Lichtband wird fortgesetzt durch das Kreuz, das sich an der Außenfassade der Kirche oberhalb des Daches erhebt. Der Dresdner Künstler Michael Hofmann hat dieses Fenster gestaltet.

Rechts neben dem Altar ist der Tabernakel zu sehen. In ihm wird der Leib Christi in der Gestalt des Brotes aufbewahrt, für die Besuche bei Kranken und Sterbenden. Die Türen wurden von Albrecht Ripp im Jahr 2004 zum Thema "Wandlung" gestaltet: auf einer Türenhälfte sind Blutstropfen und die Domenkrone zu sehen, die das Haupt Jesu krönte. Auf der anderen Türenhälfte sind die heilige Hostie und der Kelch angedeutet. Aus der Dornenkrone - Symbol für den Leib- wird die Hostie, aus den Blutstropfen wird Wein. Die angedeuteten Sonnenhälften in der oberen Spitze der Türen stehen für den Geist Gottes, der sein Licht (Strahlen aus Glasstäben) durch dieses Geschehen dringen lässt. Das ewige Licht neben dem Tabernakel weist auf die Gegenwart Jesu Christi hin.

Die zwölf Apostelkreuze - je drei an den vier Eckpunkten der Kirche - sind ein Zeichen, dass die Gemeinde sich hineingenommen weiß in die Nachfolge Christi, aber auch im Brotbrechen, im Gebet und in der Lehre der Apostel bleiben will.

Der Kreuzweg mit seinen 14 Stationen verdeutlicht den Leidensweg Jesu von seiner Verurteilung bis zur Grablegung. Die Gemeinde betrachtet diesen Kreuzweg Jesu im Gebet jedes Jahr in der Fastenzeit. Er wurde von Albrecht Ripp (Plauen) von 2002 - 2003 geschaffen.

Er ist ein Schüler der Greizer Bildhauerin Elly-Viola Nahmacher, der wir unsere Maximilian-Kolbe-Plastik aus dem Jahr 1987 an der Wand rechts neben der Orgelnische verdanken.

Dargestellt ist der Patron unserer Pfarrgemeinde der Heilige Maximilian Kolbe. Er trägt in der einen Hand eine versilberte Krone (weiß, Zeichen der Reinheit), in der anderen die goldene Märtyrerkrone, die er als Neunjähriger in einer Vision von Maria empfing.

Maximilian Kolbe wurde am 8.1.1894 in Zdunska Wola geboren und starb am 14. August 1941 im Konzentrationslager Auschwitz, ermordet mit einer Phenolspritze.

Er war Franziskaner-Konventuale (Minorit) und hatte die beiden großen Ordenshäuser Niepokalanów (west. von Warschau) und Nagasaki gegründet. Vor allem seine publizistische Arbeit war den Nazis ein Dorn im Auge. So erfolgt nach einer ersten Verhaftung im September 1939 bald die zweite am 17. Februar 1941. Er wurde ins Warschauer Pawiak- Gefängnis gebracht und von dort am 28. Mai nach Auschwitz abtransportiert. Als nach einer gelungenen Flucht eines Häftlings zur Strafe zehn vom Lagerkommandanten Fritzsch ausgesuchte Häftlinge zum Tod im Hungerbunker verurteilt wurden, ging Pater Maximilian stellvertretend für den Familienvater Franciszek Gajowniczek in die Todeszelle. Nach 14 Tagen wurde der Hungerbunker wieder geöffnet und der noch lebende Pater mit einer Giftinjektion getötet. Der durch ihn gerettete F. Gajowniczek erlebte die Heiligsprechung des Minoriten durch Papst Johannes Paul II im Jahre 1982.

Rechts in der Wand, der am 27.5. 1983 gelegte Grundstein aus schwarzem Diabas. Er trägt neben der Jahreszahl 1983 Symbole für Maximilian Kolbe (ein Dreieck, aus dem ein Blutstropfen als Zeichen der Hingabe des Lebens fließt, die Streifen der Häftlingskleidung und 16670 für die Häftlingsnummer Kolbes im KZ Auschwitz).

Die Blindfenster links im Innern der Kirche weisen mit den beiden Bildtafeln ebenfalls auf Maximilian Kolbe hin. Die linke zeigt ein Symbol der franziskanischen Orden - den nackten rechten Arm des gekreuzigten Christus und den stigmatisierten linken Arm des heiligen Franziskus; die rechte zeigt uns das Dreieck auf der Häftlingskleidung aus dem Konzentrationslager, das , als Herz gedeutet, mit seiner Liebe den Stacheldraht , den Hass zerreißt. Hinzugefügt sind noch Geburts- und Todesjahr Maximilian Kolbes und die Schriftstelle aus dem Johannesevangelium:

"Eine größere Liebe hat niemand als der, der sein Leben hingibt für seine Freunde!" (Joh 15,13)

Diese Kirche will vor allem eine Stätte der Begegnung der Menschen mit Gott, aber auch der Menschen untereinander sein. Nehmen Sie den Frieden und die Geborgenheit dieses Raumes mit in den Alltag; so könnte sich erfüllen, was bei der Grundsteinlegung von dieser Kirche erhofft wurde: dass durch sie Glaube, Hoffnung und Liebe wachsen!